„Vertriebene sind wir, Verbannte“ – Brechtfestival 2015: Brecht und Exil

Rund 50 Veranstaltungen bietet das Brechtfestival 2015, das vom 30. Januar bis zum 10. Februar 2015 stattfindet und sich dem Thema „Exil“ widmet: dem Leben und Werk Brechts in den 30er und 40er Jahren mit Stationen u.a. in Dänemark, Schweden, Finnland, USA und der Schweiz.

Brechtfestival 2015

Während seines über 15-jährigen Exils schrieb Brecht Werke, die ihn zum politischen wie gesellschaftskritischen Dichter par excellence machten und zu „Klassikern“ werden sollten: „Leben des Galilei“, „Mutter Courage und ihre Kinder“, „Herr Puntila und sein Knecht Matti“, „Der gute Mensch von Sezuan“, „Der kaukasische Kreidekreis“.
Die Werke Brechts in der Exilzeit wird das Festival ebenso thematisieren wie deren Aktualisierung. Rund 12 Tage lang treffen dazu in Brechts Geburtsstadt international und national gefeierte Künstler zusammen, zum Beispiel

  • das Berliner Ensemble mit Intendant Claus Peymann und Schauspielerin Carmen-Maja Antoni,
  • die Schriftstellerin Barbara Honigmann,
  • die Schauspielerinnen Traute Hoess und Angela Winkler,
  • die Schauspielerin und Regisseurin Julia von Sell,
  • die Schauspieler Max Hopp, Burghart Klaußner, Sebastian Koch und Thomas Thieme,
  • die Band MIA.
  • und der Künstler PeterLicht.

Zu den Höhepunkten des Festivals 2015 gehört der Eröffnungsabend mit Thomas Thieme und Brechts „Leben des Galilei“ im Theater Augsburg. Julia von Sell inszeniert die eigens für das Brechtfestival bearbeitete Bühnenfassung. Mit den Schauspielern Traute Hoess, Max Hopp, Burghart Klaußner und Angela Winkler folgt der große Exilabend „Vertriebene sind wir, Verbannte“. Das Berliner Ensemble führt mit Carmen-Maja Antoni unter der Regie von Claus Peymann das legendäre Drama „Mutter Courage und ihre Kinder“ auf. Und Brecht-Enkelin Johanna Schall inszeniert das Stück „Reisen des Glücksgotts“: Ihre Text-Collage wird das Brecht-Fragment in neuer Form zeigen.
Die Lange Brechtnacht präsentiert wieder ein umfangreiches popkulturelles Programm: An diversen Orten in und um das Theaterviertel treten Künstler aus Berlin, Köln, Rostock, London, Grenoble, Kopenhagen und Augsburg auf. Die Vielfalt der dargebotenen Stilrichtungen reicht von Elektro, Punk, Spoken Word bis hin zu Chanson, experimentellem Theater, Pop und Jazz. Dabei sind u.a. der Musiker, Autor und Theatermacher PeterLicht, das Berliner Quintett MIA. und die Punk-Band „Feine Sahne Fischfilet“ sowie ein von Lydia Daher und Girisha Fernando kuratierter Abend „Beat, Jazz & Spoken Word“.
Zu den Festivalproduktionen des Theaters Augsburg gehört 2015 „Die heilige Johanna der Schlachthöfe“ unter der Regie von Christian Weise. Mit dem Ausruf der sterbenden Johanna „Es hilft nur Gewalt, wo Gewalt herrscht!“ liefert das Stück reichen Diskussionsstoff zum Thema des Festivals. Außerdem veranstaltet das Theater Augsburg das Sinfoniekonzert „Schauspiel für die Ohren“ mit den Augsburger Philharmonikern unter Mitwirkung des Schauspielers Sebastian Koch und der Leitung von Lancelot Fuhry.

Für Kinder und Jugendliche bietet das Brechtfestival ein eigenes Programm: Das FaksTheater veranstaltet eine „Kleine Brechtrevue“ für Kinder der 2. bis 6. Klasse: Gerahmt durch Brechts Kindergedichte wird das Leben des Augsburger Poeten auf die Bühne gebracht. Das Leben Brechts stellt Schauspielerin Karla Andrä zudem Schulklassen bei Führungen durch das Brechthaus vor. Und zum Pre-Opening des Brechtfestivals laden Schultheatertruppen aus Schwaben am 29. Januar ins Theater Augsburg ein. Unter der Leitung von Michael Friedrichs führen sie Szenen aus Brechts „Furcht und Elend des III. Reiches“ im Theaterfoyer auf.

Alles rund um das Festival finden Sie online unter: www.brechtfestival.de

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