Stockholm – Alles mit Karte

Hej und Tack waren die schwedischen Worte, die wir definitiv öfter brauchten, bei unserem Geschäftsstellen-Kurztrip Ende März – zur „Prinzessin aller Hauptstädte“: STOCKHOLM.

Schwedische Flagge

Was wir gleich zu Hause hätten lassen können, war unser Bargeld. Wir wussten zwar, dass in Skandinavien sehr viel mit Karte bezahlt wird, aber hier bezahlt man alles (wirklich alles) mit Karte.

Am Freitag ging für unsere Gruppe von 16 Personen der Lufthansa-Flug um 21:10 Uhr von München in die schwedische Hauptstadt. Um 23:10 Uhr sind wir auf dem internationalen Flughafen von Stockholm-Arlanda gelandet und wurden schon von unseren Taxi-Fahrern, zum Hotel Mornington Bromma, mit einem freundlichen „Välkommen“ erwartet. Gut nach Mitternacht waren wir dann alle im Bett und freuten uns auf die kommenden, zwei intensiven Stockholm-Tage.

Nach einem wunderbaren Frühstück fuhren wir kurz nach neun Uhr los. Mit Tvärbanan 22 über Alvik mit T-bana bis Gamla Stan. Ein prima ÖPNV machte es uns einfach in die Altstadt und anderswohin zu kommen. Dort trafen wir direkt vor dem Nobel Museum auf unsere Stadtführerin Karin Häggmark. Die Münchnerin ist mit einem schwedischen Diplomaten verheiratet und lebt schon sehr lange in Schweden. Trotz Sonnenschein war es in den schattigen Gassen schon etwas frisch, vor allem wegen einem ständigen Wind. Wir erfuhren viele Details und kamen u. a. zur Tyske Kyrkan (Deutsche Kirche) oder auch in die engste Gasse (90cm) Stockholms.

Neben vielen historischen Infos wandelten wir auf den zahlreichen Spuren der ehemals wirtschaftlich und politisch bedeutenden deutschen Handelsgemeinde in Stockholm. Natürlich fanden wir auch die vermeintlich besten Zimtschnecken der schwedischen Hauptstadt (ca. 1,5 Mio. Einwohner) bei „Bröd&Salt“ in Gamla Stan. Unsere Tour endete selbstverständlich am königlichen Schloss mit einem imposanten königlichen Wachwechsel.

Königliche Wachablösung auf dem Schloßplatz

Gleich nebenan, im Hof der finnischen Kirche, haben wir uns eine Portion Glück abgeholt, beim berühren einer hierfür bekannten kleinen Skulptur. Danach gab es u. a. eine prima Fischsuppe oder tolle Sandwiches im sehr empfehlenswerten Restaurant „Under Kastanjen“. Und hier unser Beitrag zur Diskussion, ob hierzulande Gastwirte kostenloses Wasser ausschenken sollen. In jedem Lokal in Stockholm (und ganz Schweden) gibt es selbstverständlich kostenloses und sehr gutes Leitungswasser. Meist über eigene Wasserspender oder sogar in besseren Restaurants am Tisch unaufgefordert hingestellt (so viel man will).

„Järnpoike“ („Eisenjunge“) Glücksbringer-Skulptur im Hof der finnischen Kirche

Ein Teil der Gruppe fuhr dann zum Globen Sky View. Auf dem Außendach dieser, wie ein halber Golfball gebauten, riesengroßen Veranstaltungshalle, fuhren abwechselnd zwei Glaskugeln mit bis zu 16 Personen auf 130m Höhe. Mit einem tollen Rundumblick über Stockholm wurden wir belohnt. Im Anschluss waren wir für eine Stadtführung mit Bus angemeldet. Aber nicht irgendein Bus, sondern dem Ocean Bus. Zuerst fuhren wir durch die Stadt und erhielten viele interessante Infos (bei einer Geiselnahme verliebte sich mal eine Geisel in den Täter!). Und dann fuhr der Bus ins Wasser. Und weiter ging es als Boot um die Inseln der skandinavischen Metropole. Spannend war freilich die Einfahrt ins Wasser. Schwimmt der Bus wirklich? Ein Muss unserer Meinung nach für einen Trip nach Stockholm.

Danach noch ein Abstecher zum Stadshuset (Nobel Bankett) und weiter zum Abendessen im „Bestick“ in der Bryggegatan. Köttbullar geht auch kulinarisch auf höchstem Niveau (24.–€). Ein sehr gutes Lokal mit feiner aber kleiner Speisekarte, guten Weinen und einem humorvollen sowie extrem serviceorientiertem Personal. Es war einfach spitze. Manche machten noch einen Abstecher in die Sky Bar im neunten Stock eines nahen Luxushotels. Alle trafen wir uns noch in der Hotelbar um nach Mitternacht, in Anbetracht der Zeitumstellung zu Bett zu gehen.

Köttbullar im „Bistro Bestick“

Am nächsten Morgen: Schnee!! Jedoch sagte die Wettervorhersage genau das voraus, um danach wieder mit Sonne, aber frischen Temperaturen verwöhnt zu werden. Wieder rein in die Stadt und von Kungsträdgarden (architektonisch beachtenswerte U-Bahn-Station) mit der Straßenbahn Nr. 7 nach Djurgarden zum Vasa Museum. Das 1628 nach 1,6 km auf der Jungfernfahrt gesunkene phantastische Kriegsschiff wurde in den 1960er Jahren wieder gefunden, gehoben und zu 98% mit Original-Teilen wieder hergestellt. Das einzig erhaltene Schiff aus dieser Zeit weltweit (höchst beeindruckend).

Ein Spaziergang durch den Skansen-Park u. a. mit einem Freilichtmuseum wieder aufgebauter historischer schwedischer Häuser rundete die Zeit bis zur Rückfahrt mit dem Linienschiff nach Gamla Stan ab. Noch eine Zimtschnecke, zurück zum Hotel und mit dem gebuchten Zubringerservice zum Flughafen Arlanda/Stockholm.

Nachbau „Stockholms Stads SparBank“ (StadtSparBank) aus dem 18. Jhdt.

Nach Istanbul, Prag, Wien und Rom ein wiederum ereignisreiches und erlebnisreiches Gruppenwochenende in Stockholm. Und wirklich – die Menschen zahlen Alles mit Karte. Es gibt sogar Lokale und Geschäfte, die nehmen kein Bargeld mehr. In Deutschland fast unvorstellbar. Eben – Alles mit Karte.

Danke an Jacqueline Ortolf für die passgenaue und einwandfreie Vorbereitung dieses Kurztrips.

Text und Fotos: Jürgen Finger

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