Preisträger „Frischer Wind“ 2019: Sinne entdecken – Gefühle erleben

Das Projekt „Sinne entdecken – Gefühle erleben“– eingereicht von der Martinschule Augsburg, sonderpädagogisches Förderzentrum in Oberhausen – ist einer der Preisträger des Stiftungspreises „Frischer Wind“ 2019. Dabei geht es um die Durchführung eines Sinnesparcours zur Suchtprävention verbunden mit Elternarbeit und einem Fortbildungsangebot für alle Mitarbeiter der Martinschule. Viele Schüler in schwierigen Lebensumständen haben nur noch selten unmittelbare Sinneserfahrungen. Die Freizeit wird meist mit digitalen Medien verbracht. Der Sinnesparcours soll helfen die eigene Wahrnehmung wieder zu stärken und Gefühle sowie Eindrücke in Worte fassen zu können.

© Barbara Pfahler

Denn Menschen, die es nicht gut bewerkstelligen können ihre eigenen Gefühle zum Ausdruck zu bringen, sind tendenziell höher gefährdet in Süchte abzurutschen. Speziell diesem Thema widmet sich Projektleitern und Diplom Pädagogin Barbara Pfahler – sie beschreibt den Sinnesparcours wie folgt.

Hinter jeder Sucht steht eine Sehnsucht… so lautete vor Jahren eine Plakatkampagne der Züricher Suchtpräventionsstelle. Mit wunderschönen und auch nachdenklich stimmenden Bildern aus Menschenleben greifen sie den Zusammenhang zwischen Sehnsüchten, gestillten und ungestillten, und möglichen Suchtentwicklungen und ihrer Vorbeugung auf. Das darauf aufbauende Projekt des Sinnes- und Erlebensparcours arbeitete diesen Zugang auf sinnlich erfahrbare Weise aus.

© Barbara Pfahler

In acht Stationen kann man in meditativer Atmosphäre einfache Sinnes- und Sinnerfahrungen machen, die ganz mühelos und selbstverständlich zu einer Selbst- und Lebensreflexion führen: was mag ich bzw. nicht, was tut mir gut oder schlecht, was wünsche ich mir wirklich, was brauche ich wirklich, woher bekomme ich es. Hören, Riechen, Schmecken, Fühlen mit Händen und Füßen, Abschminken – Schwäche zeigen, Erproben mit Masken im Spiegel, Freuden- und Sorgenberg, Wutmülleimer und last but not least ein Traumzelt, zum Entspannen und Träumen sowie eindrückliche Geschichten und die Züricher Plakate als Bildmaterial.

Da es auch zu schmerzhaften Berührungen wegen Mangels im Inneren kommen kann, muss das Projekt sehr sorgfältig und liebevoll aufgezogen werden und die Erwachsenen, also Lehrkräfte und Eltern mit einbeziehen. So gehört eine Lehrerfortbildung vorab dazu, sowie ein Lehrerdurchgang durch den Parcours und ebenfalls ein Elternabend mit Durchgang.

Das Projekt wurde entwickelt für Jugendliche ab der 5. Klasse, die den Parcours gestaffelt und jeweils zu zweit in einer Station durchlaufen. Mit kleineren Kindern ist er aber ebenfalls mit angepasstem Konzept nutzbar.  Ansonsten geht es vorrangig um Sinnes- und Selbst- sowie Gefühlswahrnehmung, die wesentliche Lebenskompetenzen in der Suchtvorbeugung bzw. in symptomunspezifischer Primärprävention psychosozialer Störungen darstellen.

Wenn Sie neugierig geworden sind, steht Ihnen Frau Barbara Pfahler für weitere Informationen – oder eine einführende Informationsveranstaltung mit oder ohne Fortbildung – gerne zur Verfügung. Es gibt auch eine ausführliche Dokumentation zum Parcours.


Kontakt: Barbara Pfahler, Diplom Pädagogin, Montessoripädagogin, Gestalt- und Suchttherapeutin, Diplom systemische Coach und Beraterin, Liebigstraße 9, 86154 Augsburg, Tel.: 01713274669, E-Mail: b.pfahler-coaching@web.de, www.pfahler-coaching.de

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