Führung durch das Augsburger Stadttheater

Vor einigen Tagen besichtigten wir, die Azubis aus dem zweiten Lehrjahr, das Stadttheater Augsburg.
Den Blick hinter die Kulissen boten uns Herrn Hendrik Euling-Stahl (Beauftragter für Baubelange) und Frau Veronika Schörning (Assistentin für Presse- und Öffentlichkeitsarbeit).

Theater Augsburg02

Gingen wir zunächst noch davon aus, Eindrücke in die Theaterwelt wie Masken- und Bühnenbild gewinnen zu können, wurden wir rasch von der Realität eingeholt.

So erklärte uns Herr Euling-Stahl direkt zu Beginn: „Ich zeige euch heute nicht die schönen Seiten des Theaters, sondern die Gründe für die Sanierung.“

Der erste Eindruck trügt, so erscheint die Außenfassade in einem guten Zustand das Innere hingegen weißt enorme Mängel auf.

Unsere Führung begann bei den Theaterwerkstätten, diese wurden nach den Luftangriffen des 2. WK letztmalig saniert.
So entsprechen Probebühne und –raum längst nicht mehr den Anforderungen der heutigen Zeit.
Ebenfalls ist eine Erneuerung und Vergrößerung der Theaterwerkstätten unabdingbar, da diese für ein großes Theater zu klein sind.
Das verkompliziert die Arbeitsabläufe – in keinem anderen öffentlichen Gebäude der Stadt ist die Zahl der Arbeitsunfälle so hoch.



Beim Besichtigen der Künstlergarderoben fühlten wir uns versetzt in die 1950er Jahre.
Abgesehen vom optischen Erscheinungsbild, das mehr einer Gefängniszelle als einer Garderobe gleicht, sind Sanitär- und Heizungsanlage auf dem Stand der Nachkriegszeit.

Dieser Aspekt mache es natürlich schwer, namhafte Künstler ans Haus zu bringen, so Herr Euling-Stahl.
Zudem regnet es in den Bühnenturm und die Aufenthaltsräume sind feucht und schimmlig.
Ändert sich am derzeitigen Zustand im kommenden Jahr nichts, fällt der Vorhang.

Nach der Besichtigung ist auch uns klar: Das Theater Augsburg muss saniert werden, daran führt wohl kein Weg vorbei.
Angestrebter Termin für den Baubeginn ist Mitte 2016.




Die Sanierung des Großen Hauses soll etwa vier Jahre dauern.

Insgesamt werden für die Sanierung nach aktuellen Rechnungen 189 Millionen Euro benötigt, die geplanten Maßnahmen umfassen neben der Renovierung des denkmalgeschützten Theaters einen Neubau für Verwaltung, Werkstätten und Probebühnen.

Der Freistaat Bayern schießt dabei 107 Millionen Euro zur Sanierung hinzu.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Time limit is exhausted. Please reload CAPTCHA.