Eine Reise zu den Aktienmärkten dieser Welt. Teil 4: Brasilien

Die weltbekannte Christusstatue in Rio de Janeiro hat eine Höhe von 30 Metern.

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Mehr als Sonne, Samba und Fußball
Bei Brasilien denken die meisten vor allem an Copacabana, Karneval in Rio und natürlich an die Fußball-Weltmeisterschaft 2014. Die Wirtschaft des Landes oder gar die dortige Börse kommen dagegen nicht so vielen in den Sinn. Dabei hat der brasilianische Aktienmarkt bereits eine erstaunlich lange Historie. Entstanden ist die Börse in São Paulo unter der Bezeichnung „Bovespa“ im Jahr 1890. Seit der Fusion mit der 1986 gegründeten Börse „BM&F“ im Jahr 2008 heißt sie offiziell „BM&F Bovespa“.

Seit ihrer Gründung ist die Bovespa ein wichtiger Faktor des brasilianischen Wirtschaftslebens. Schließlich bietet sie den Unternehmen des Landes die Möglichkeit, ihr Wachstum auch über die Ausgabe von Aktien zu finanzieren. Heute sind dort insgesamt 362 Firmen gelistet, die zusammen auf eine Marktkapitalisierung von umgerechnet 644 Milliarden Dollar kommen. Damit ist Brasiliens Börse die größte in Lateinamerika. Als wichtigster und bekanntester Aktienindex gilt der Ibovespa, dessen Aufnahmeanforderungen – unter anderem eine ausreichende Liquidität sowie das tägliche Handelsvolumen – derzeit 68 Firmen erfüllen.

Brasiliens Aktienmarkt hat gerade in den zurückliegenden 15 Jahren eine mehr als aufregende Zeit hinter sich. Schließlich galt der Amazonasstaat mit seiner vergleichsweise jungen Bevölkerung und seinem Rohstoffreichtum zu Beginn des vergangenen Jahrzehnts als eines der führenden Schwellenländer. Die Wachstumsraten der Wirtschaft lagen laut Internationalem Währungsfonds zwischen 2004 und 2010 bei durchschnittlich rund 4,5 Prozent pro Jahr.

Dieser wirtschaftliche Aufholprozess, mit dem Brasilien inzwischen vor Italien oder Spanien zur siebtgrößten Volkswirtschaft der Welt aufgestiegen ist, rückte die Börse des Landes in den Fokus vieler internationaler Investoren. Zu Beginn des Jahres 2000 notierte der Ibovespa noch bei 16.500 Punkten. Bis zum Mai 2008 kletterte er auf sein Allzeithoch von 73.500 Punkten. In der Finanzkrise 2008 halbierte sich der Indexstand zwar, aber schon im Herbst 2010 erreichte er wieder seinen alten Höchststand. Im weiteren Verlauf ließ die Wachstumsdynamik des Landes jedoch nach, weshalb der Ibovespa gegenwärtig nur noch bei rund 52.000 Punkten notiert.

 

Aktienmarkt Brasilien

Wichtigster Index

Ibovespa

Zahl der gelisteten Aktien im Ibovespa

68

Handelsvolumen der BM&FBovespa

Knapp 41 Mrd. Euro
(Januar 2015)

Die bekanntesten Aktien

Vale, Petrobras, Ambev

Die umsatzstärksten Aktien

Petrobras, Vale, Bradesco, Itaubanco, Kroton

Pro-Kopf-Aktienbesitz

Die gesamte Marktkapitali-sierung des brasilianischen Aktienmarktes betrug im Januar 2015 rund 644 Mrd. US-Dollar. Bei einer Bevölkerung von rund 200 Millionen ergibt sich ein theoretisches Pro-Kopf-Aktienvermögen von
rund 3.200 US-Dollar.

 

Auch wenn die Aktienkultur in Brasilien selbst nicht sonderlich ausgeprägt ist: Interessant ist der Markt allemal. Denn er bietet Anlegern Zugang zu einer Reihe attraktiver Unternehmen, unter anderem aus dem Rohstoffsektor. Dazu zählen beispielsweise Firmen wie Vale, einer der fünf größten Bergbaukonzerne der Welt, oder der Erdölkonzern Petrobras. Hinzu kommen Unternehmen aus anderen Branchen, wie die Kreditinstitute ITAU Unibanco und Banco Bradesco oder der führende lateinamerikanische Getränkehersteller Ambev, der zum Konzern Anheuser-Bush Inbev gehört. Dieser könnte übrigens – wie auch so manch anderes Unternehmen – vom nächsten Großereignis in Brasilien profitieren: den Olympischen Spielen 2016.

Quelle: DekaBank

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