Wie sieht ein Energieausweis aus und wie lese ich ihn richtig?

In der letzten Woche habe ich Ihnen bereits die neue Bedeutung des Energieausweises seit Einführung der EnEV 2014 vorgestellt. Nun möchte ich Ihnen am Beispiel eines Bedarfsausweises den Aufbau vorstellen.
Grundsätzlich werden zwei Arten von Energieausweisen unterschieden: der Energieausweis, der sich am Bedarf orientiert, und der Energieausweis, der sich am Verbrauch orientiert.

Energieausweis EnEV 2014

Energieausweis EnEV 2014

Für beide Energieausweise wird ein Kennwert für das Gebäude ermittelt. Beim bedarfsorientierten Energieausweis ist die Berechnungsgrundlage die Baubeschaffenheit und Struktur des Gebäudes. Also eher eine theoretische Betrachtung. Beim verbrauchsorientierten Energieausweis wird der Kennwert aus dem tatsächlichen Verbrauch der letzten 3 Jahre ermittelt. Dafür werden die Jahresabrechnungen zugrunde gelegt. Ein „schlechter oder besser“ gibt es bei den beiden Ausweisvarianten nicht. Nur ein „anders“. Die Blickwinkel sind verschieden und der Gesetzgeber gibt klar vor, in welchem Fall welcher Ausweistyp verwendet werden kann beziehungsweise muss. Ein Neubau kann mangels fehlender Vorjahresabrechnungen nur einen Bedarfsausweis haben.

 

Jeder Energieausweis enthält folgende Informationen:

• eine Gebäudebeschreibung (Baujahr, Heizungsart, Art der Lüftung, etc.)
• Art des Ausweises (Verbrauch oder Bedarf)
• den Energiebedarf bzw. -verbrauch
• Möglichkeiten zur kostengünstigen Modernisierung
• Ausstellungs- und Gültigkeitsdatum
• eine offizielle Registriernummer

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Hier finden Sie die wichtigsten Informationen:

In der Gebäudebeschreibung finden Sie wichtige Informationen zum Gebäude. Achten Sie dabei darauf, dass es sich bei der angegebenen Fläche nicht um die „gebräuchliche Wohnfläche“, sondern und um die Gebäudenutzfläche handelt. Diese ist immer höher als die Wohnfläche. Ebenso können Sie aus den Angaben entnehmen um welche Heizungsart es sich handelt und wann diese eingebaut wurde.

Energetische Qualität

In den Hinweisen zur energetischen Qualität des Gebäudes finden Sie die Info um welche Art des Ausweises es sich handelt, verbrauchsorientiert oder bedarfsorientiert.

Energiebedarf

Worin besteht der Unterschied zwischen dem Endenergiebedarf und dem Primärenergiebedarf?

Den tatsächlichen, kommenden Energieverbrauch eines Hauses kann man nicht vorhersagen. Er ist abhängig von der individuellen Nutzung des Verbrauchers (Mieter oder Eigentümer) und den äußeren Umständen, wie zum Beispiel dem Wetter, das für das kommende Jahr nicht vorhergesagt werden kann.

Ein Hauptkritikpunkt an Energieausweisen. Auch dass die Werte unter Berücksichtigung eines Normklimas und einer Normnutzung ausgestellt werden, führt zu erheblichen Abweichungen.

Jedoch ist dieser Kennwert für den Endenergiebedarf das Herzstück eines Energieausweises und muss auch in allen kommerziellen Medien angegeben werden. Der Primärenergiebedarf dagegen ist eine „politische Wertung“ des Endenergiebedarfs. Unter Berücksichtigung der Ökologie wird der Energieträger bewertet und in den Endenergiebedarf mit eingerechnet.

Beispiel:
Holz=besser, da nachwachsender Rohstoff
Öl=schlechter, endlicher Rohstoff

Vergleichswerte Endenergiebedarf

Das so genannte „Bandtacho“, dass Sie von Ihren Elektrogeräten kennen, soll nun einen Überblick über den Zustand der Immobilie geben. Einen direkten Vergleich wie Sie ihn vom Kühlschrank gewöhnt sind (A++ ist besser als C) ist nicht möglich. Beim Kühlschrank ist die Vergleichsgröße immer der Stromverbrauch. Bei Energieausweisen erschweren Ihnen unterschiedliche Heizungsarten, Ausweistypen und Berechnungsverfahren den direkten Vergleich.

Empfehlungen kostengünstige Modernisierung

Die Empfehlungen zur kostengünstigen Modernisierung sind seit der Einführung der EnEV 2014 Pflicht. Vorher war diese Rubrik eine freiwillige Angabe. Ob die empfohlenen Maßnahmen auch wirtschaftlich rentabel sind, muss immer im Einzelfall geprüft werden.

In kommerziellen Medien, wie zum Beispiel in unserer Zeitungsanzeige finden Sie zu allen Angeboten die neuen Pflichtangaben.

Sie sehen so aus:
B: Bj. 78, Hzg.
GAS, 174,50 kWh

Diese Abkürzungen bedeuten, dass der zu der Immobilie vorliegende Energieausweis ein Bedarfsausweis ist (B:). Die Immobilie wurde im Jahr 1978 (Bj. 78) gebaut und verfügt über eine Gasheizung (Hzg. GAS). Der berechnete Energiebedarf liegt bei 174,50 kWh pro m² Gebäudenutzfläche (Kombination aus „B:“ und 174,50 kWh).

Bei Fragen zu unseren Angeboten und den Werten der Energieausweise helfen Ihnen unsere Immobilienberater gerne weiter.

Unser Immobilienblog macht bis Anfang Oktober eine kleine Sommerpause. Nutzen Sie die Zeit und schreiben uns Ihre Themen an socialmedia@sska.de. Diese werden wir gerne in einem unserer nächsten Beiträge behandeln.

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