Ein Wochenende in der „Goldenen Stadt“ Prag

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Ahoj! Nein – die Kolleginnen und Kollegen der Geschäftsstelle Halderstraße fuhren in diesem Jahr nicht zur See. Ahoj ist tschechisch und heißt soviel wie Ciao. Nach dem Geschäftsstellen-Ausflug im November 2014 in die Millionenmetropole Istanbul am Bospurus ging es diesmal vom 6. bis 8. November 2015 mit der Bahn und dem IC-Bus in die tschechische Hauptstadt Prag (1,2 Mio. Einwohner). Am Freitag um 16:13 Uhr fuhren die vierzehn Teilnehmer am Augsburger Hauptbahnhof ab. Mit Zug und IC-Bus erreichten wir über Nürnberg die Goldene Stadt an der Moldau.

Nach der pünktlichen, aber späten Ankunft und dem Einchecken im Royal Court Hotel gab es um Mitternacht noch entweder ein Pilsener Urquell oder ein dunkles Kozel. Da sollte man gut schlafen können! Nach dem Frühstücksbuffet wartete ein strammes Besichtigungsprogramm auf uns. Mit der Straßenbahn fuhren wir ins Zentrum der historisch so bedeutenden Stadt und trafen am Altstädter Ring unterhalb der über 500 Jahre alten astronomischen Uhr unsere ausgezeichnete Stadtführerin Luzi. Beim stündlichen Glockenspiel konnten wir für 26 Sekunden miterleben wie zwölf Apostel der personifizierten Eitelkeit, dem Geiz, dem Tod und dem Heidentum begegnen. Ein goldener Hahn beendet mit seinem Gegacker das kurze Schauspiel, das täglich tausende Touristen stündlich bestaunen.



Über die Karlsgasse (Karlovu) – ehemaliger Krönungsweg der Kaiser und Könige – kamen wir zur Karlsbrücke. Der Kaiser des Heiligen Römischen Reiches Deutscher Nation, Karl IV, dessen monumentale Statue gleich neben dem Altstädter Brückenturm aufragt, gehört zu den ganz Großen der Geschichte Tschechiens (Böhmens) und im Speziellen Prags. Die damals einzige feste Verbindung zwischen Altstadt und Kleinseite über die Moldau wurde ab 1357 gebaut. Beim Schlendern über die Karlsbrücke erhielten wir umfangreiche Informationen. Drüben angekommen fuhren wir mit der Straßenbahn hoch zur Prager Burg (Hradschin). Diese größte europäische, vollständig erhaltene Burganlage wird vom Veitsdom überragt.

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Rote Unterhose auf dem Präsidentenpalast

Dass in diesem Jahr auch mal eine rote Unterhose am Fahnenmast der Präsidentenflagge wehte, war eine sehr amüsante Anekdote. Wenn dies auch für die Sicherheitsverantwortlichen eher sehr peinlich gewesen sein durfte. Nach der Stadtführung liefen wir über die malerische Nerudagasse wieder hinunter. Machten jedoch Halt im kleinen aber feinen Cafe Designum. Bei selbstgemachten Kuchen und Kaffee wurde der erste Hunger süß gestillt.
Nachmittags besichtigten wir auf eigene Faust noch so manche Sehenswürdigkeit oder waren im Hard-Rock-Café beim Einkaufen. Das angeblich größte seiner Art in Europa.

Als es dunkel wurde, stieg ein Teil der Sparkassengruppe dem Klementinum aufs Dach. Das Klementinum beherbergt die Nationalbibliothek, die ehemalige Sternwarte und den Spiegelsaal, welcher nur noch vom prächtigen Großen Bibliothekssaal übertroffen wird. Vom Umgang des astronomischen Turmes aus hatten wir bei Dunkelheit einen phänomenalen Blick über die hell erleuchtete Stadt. Diese Führung ist sehr zu empfehlen. Freilich auch das böhmisch-tschechische Essen hernach in einem Lokal der Josefvorstadt. Viele von uns haben sich in die Svickova-Sauce zum Lendenbraten mit Serviettenknödel verliebt (Svickova – Aussprache Switschkova). Es war einfach lecker! Zuvor hatten wir noch die vier nahe beieinander liegenden Synagogen gefunden und in der Top-Einkaufs-Straße (Parizska = Pariser Straße) in den Schaufenstern gerätselt, was die Kleidung oder die Uhren wohl kosten dürften. Die teuerste Uhr konnte man für ca. 80.000 Euro erwerben. Taschen, Stiefel und Kleider von anderen Edelfirmen waren gar nicht erst ausgezeichnet.



Bei noch schönerem Wetter am Sonntag (sonnig bis 19°C) waren wir erneut ab 9:00 Uhr unterwegs. Diesmal zur anderen Burg, dem Vysehrad (Prager Hochburg). Von dieser Burg stehen nur mehr die imposanten Mauern. Das Gelände überragt die sehenswerte Kirche St. Peter und Paul. Eine große Parkanlage lädt zum Spazierengehen ein. Wenn ein Friedhof interessant sein sollte, der Prominentenfriedhof auf dem Vysehrad ist so einer. Zahlreiche Schriftsteller, Musiker, Dichter, Sänger und andere Persönlichkeiten fanden hier ihre letzte Ruhestätte (z.B. die Komponisten Dvorak und Smetana oder der Dichter Neruda). Eine Schifffahrt auf der Moldau sollte bei herrlichem Sonnenschein nicht fehlen. Und nach dem Mittagessen im ehrwürdigen Café Slavia gingen wir zurück zum Hotel, um dann mit dem Taxi zum Bahnhof zu gelangen. Im Café Slavia haben so berühmte Menschen wie Franz Kafka und Vaclav Havel gegessen und debattiert.

Hellauf begeistert, aber auch geschafft, saßen wir nach dermaßen vielen Eindrücken im IC-Bus zurück nach Nürnberg und kamen mit dem ICE in Augsburg pünktlich um 22:10 Uhr an. Ein großer Dank gebührt Jacqueline Ortolf für die ausgezeichnete Programmgestaltung vor Ort. Alles war perfekt aufeinander abgestimmt und bot für alle Teilnehmer eine tolle Abwechslung. Dank gilt zudem Paula Haug und Iveta Grimm (dekuji), die uns in perfektem Tschechisch so manches deutlich erleichtert haben (z.B. Speisekarten entziffern oder Preisverhandlungen) und Matthias Mahler für die Fotos. Jürgen Finger hatte das Hotel sowie die An- und Rückreise organisiert.

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Nun bleibt nur noch eine Frage! Wo geht die Reise in 2016 hin? Erste Planungen laufen schon. Das mögliche Ziel wird im obigen Text schon erwähnt!

Na shledanou (Auf Wiedersehen)
Jürgen Finger, Geschäftsstellenleiter Halderstraße

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