Alte Stute in der Kundenhalle

„Augsburg Open 2017“ ermöglicht Einblick in verborgene Schätze der Stadtsparkasse

Warum wurde nach dem Zweiten Weltkrieg ein Pferd in 4000 Anteile gestückelt? Wurde auf dem heutigen Rathausplatz früher tatsächlich mit Wertpapieren gehandelt? Die Antworten hierzu weiß Dr. Richard Merz, Firmenkundenbetreuer bei der Stadtsparkasse Augsburg. Für die Sparkasse hat Merz in den letzten Jahren eine Sammlung von inzwischen 472 historischen Aktien und Anleihen aus der Region zusammengetragen. Anlässlich von „Augsburg Open 2017“ konnten sich historisch interessierte Besucher am 30. März hierzu aus erster Hand informieren. Merz, der eine Auswahl von Augsburger Wertpapieren zu einer sehenswerten Ausstellung zusammengestellt hat, berichtete über kaum bekannte und kuriose Geschichten, die sich aus den alten Papieren herauslesen lassen.

Wer hätte beispielsweise gedacht, dass schon 1849 ein Augsburger die Energieprobleme weltweit ein für alle Mal gelöst haben wollte. In Fabrikhallen vor dem Roten Tor sollten 60-PS-Motoren für den Betrieb der München-Augsburger Eisenbahn hergestellt werden. Die Maschinen würden nach dem Prinzip des „Perpetuum mobile“ ohne jegliche Zufuhr von Energie funktionieren. Die Käufer der Aktien mussten später allerdings feststellen, dass sie einem Hochstapler und Gesetzesbrecher aufgesessen waren. Nur die Gesetze der Natur konnte selbst dieser nicht außer Kraft setzen. Der vermeintliche Erfinder des „Perpetuum mobile“ war also lediglich der Erfinder einer dreisten Geschichte, garantierte Traumrendite inbegriffen!

Deutlich weniger aufregend, für die Anleger dafür erheblich sicherer war ab 1822 die Geldanlage bei der „Augsburgischen Ersparniskasse“. Deren erstes Sparkassenbuch befindet sich heute im Historischen Archiv der Stadtsparkasse. Betreut wird das Archiv von Stefan Fendt. Der Bestand umfasst mehr als 500 „Fachbodenmeter“. In einer Reihe aufgestellt ergäben die Ordner und Kartons des Historischen Sparkassenarchivs also einen Bandwurm von mehr als einem halben Kilometer Länge, betonte Fendt. Neben einer Auswahl von historisch interessanten Akten der Stadtsparkasse Augsburg befinden sich in der Halderstraße auch Archivalien der ehemaligen Stadtsparkasse Friedberg sowie Unterlagen des Sparkassenbezirksverbandes Schwaben. Auch gibt es Schriftgut von Tochtergesellschaften der Sparkasse, ja sogar von Genossenschaftsbanken, die einst von der Sparkasse übernommen wurden.

Über die aktuellen Entwicklungen bei der der Sparkasse informierte Klaus Stanke, Mitarbeiter der Marketingabteilung. Nach einem Blick in den massiv gepanzerten Kundentresor lud die Sparkasse ihre Gäste noch zu einem kleinen Imbiss. Die soeben entdeckten Schätze der Sparkasse boten dabei reichhaltigen Gesprächsstoff.

Die Ausstellung „Historische Augsburger Wertpapiere“ kann noch bis Ende April in der Kundenhalle der Stadtsparkasse Augsburg, Halderstraße 1-5 besichtigt werden. Das Historische Sparkassenarchiv sucht übrigens ständig alte Sparkassenbücher und Spardosen, außerdem Dokumente und Fotos mit Bezug zu den Sparkassen im Wirtschaftsraum Augsburg. Annahmestellen sind alle Geschäftsstellen der Stadtsparkasse in Augsburg und im südlichen Landkreis Aichach-Friedberg.

 

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